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BARS Startup Portrait: Jan Reichert, Geschäftsführer der kr3m.media GmbH

28.11.2017

kr3m erstellt Playful Business für Konzerne, Markenunternehmen, Verlage und Medienhäuser: Spielerische Kommunikation für Marketing und Vermarktung. Geschäftsführer Jan Reichert berichtet im BARS Startup Portrait Interview von Chancen und Hindernissen einer Gründung im Games Bereich.

kr3m erstellt Playful Business für Konzerne, Markenunternehmen, Verlage und Medienhäuser: Spielerische Kommunikation für Marketing und Vermarktung.

Wann kam Ihnen die Idee, eine eigene Firma zu gründen?

1999 am Küchentisch mit einem ehemaligen Klassenkameraden – er machte gerade Diplomarbeit bei Bertelsmann und ich bei der Deutschen Bank. Wir beide sahen, dass wir nicht in einem großen Unternehmen arbeiten wollten.

Welche Zukunftsängste hatten Sie zu Beginn Ihrer Gründung? Wie beurteilen Sie diese aus heutiger Sicht rückblickend?

Mangelnde Erfahrung, keine Kunden, keine Idee, wie genau wir unsere kreativen Produkte (Movie, Music, Multimedia) verkaufen sollten. Aus heutiger Sicht war einfach, dass wir sehr geringe Fixkosten haben. Prinzipiell ist der Zeitpunkt nach dem Studium daher gut geeignet. Zuerst Erfahrung in angestellter Tätigkeit zu sammeln ist sicher gut, dann noch den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, wird immer schwieriger. Heute ist die Unterstützung für junge Unternehmer überall viel besser, daher würde ich jungen Leuten heute sogar noch eher den Schritt in die Selbstständigkeit empfehlen, wenn man der Typ dafür ist.

Welche Anlaufstellen für Gründer können Sie empfehlen?

Cyberforum, IHK, MFG für Games-Unternehmen

Zu welchem Zeitpunkt haben Sie beschlossen, dass Sie bei Ihrer Gründung mit Investoren zusammen arbeiten wollen oder müssen?

2010 – also viele Jahre nach Gründung. Wir haben über 10 Jahre Dienstleistungsgeschäft gemacht und wollten Produktgeschäft aufbauen.
 
Welchen Tipp können Sie Gründern geben, die über eine Zusammenarbeit mit Investoren nachdenken, aber den ersten Schritt in diese Richtung aus welchen Gründen auch immer noch nicht gewagt haben?

Prüft, welcher Typ ihr seid: Seid ihr Exit-orientiert? Dann ist die Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren ein guter Schritt. Seid ihr eher ein Family-Office? Dann ist ggf. eine andere Finanzierung passend.

Wie leicht oder schwer war es Investoren für Ihr Projekt zu finden? Wie lange hat es gedauert? Wie viele Anläufe haben Sie unternommen?

Dank der Hilfe von meinem Mentor Hans-Peter Morsch, ehemaligem Ernest & Young Partner, dem Cyberforum und dann auch Andreas Kochhäuser von den BARS hat es nur etwa sechs Monate gedauert. Wir haben etwa 5 Pitches gemacht, es war eine gute Zeit für Games.

Wie wäre es mit Ihrem Unternehmen (wahrscheinlich) weiter gegangen, wenn Sie keine Investoren gefunden hätten?

Wir hätten weiter im Dienstleistungsbereich gearbeitet und eigene Produkte in kleinen Schritten erarbeitet. Auf dem Weg haben wir viele Erfahrungen gemacht, die ich heute nicht mehr missen will.

Was war der größte Fehler oder die größte Fehleinschätzung, die Sie bei Ihrer Gründung gemacht haben? Was würden Sie rückwirkend anders machen?

Ich beziehe mich hier auf den Schritt, als wir Investoren an Bord geholt haben. Wir haben in Facebook Games investiert. Hier haben wir uns ein Spiel vorgenommen, das sehr viel aufwändiger war, als alle Spiele, die wir bisher umgesetzt haben. Heute würde ich im ersten Schritt ein Neugeschäft aufbauen, was näher am bisherigen Geschäft ist. Das haben wir inzwischen ja auch gemacht. Das große Spiel hat nicht gut funktioniert.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit der Beteiligung von Business Angels entwickelt? In welchem Verhältnis steht diese Entwicklung zu dem, was Sie sich durch die Beteiligung von Business Angels erhofft hatten?

Wir hatten 2010 stark auf Facebook-Games gesetzt. Dieses Projekt ist prinzipiell gescheitert. Daraus haben wir ein Neugeschäft mit HTML5-Technologie und Casual Games für Verlage und Medienhäuser entwickelt, das Potential hat, international erfolgreich zu werden. Heute sind wir bereits Marktführer DACH. Die Veränderung zur ursprünglichen Idee ist sehr groß. Ich habe inzwischen bei vielen Unternehmen gesehen, dass sie sich oft anders entwickeln, als ursprünglich geplant.

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